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  • Rückblick: Camp "Wildlife" der Jungen Naturwächter

Frisch beringt schwingt er sich gleich in die Lüfte... Kinder beobachten Fachleute bei der Vogelberingung im JuNa-Camp. (Foto: J. Franke)

­Junge Naturwächter (JuNa) aus Freital-Tharandt zu Besuch in der Naturschutzstation Neschwitz

Rückblick JuNa-Camp „Wildlife“ vom 11.-13. Mai 2023

Fünf Teichrohrsänger, ein Drosselrohrsänger, drei Zilpzalpe, drei Mönchsgrasmücken, zwei Gartengrasmücken, ein Rotkehlchen, eine Nachtigall, zwei Rohrschwirle, eine Blau- und zwei Kohlmeisen – beringt, vermessen und gewogen! 14 Kinder und Jugendliche der JuNa-Gruppe Freital-Tharandt konnten dabei zusehen, wie der praktische Teil eines solchen wissenschaftlichen Vogelmonitorings abläuft. Das war der Start des Camps, das Mitte Mai stattfand.

Um eine Vogelberingung und noch vieles andere mehr hautnah und aktiv mitzuerleben, fuhren 14 Kinder und Jugendliche zusammen mit Lukas Vogt (Umweltzentrum Freital e.V.) und Milana Müller (Johannishöhe Tharandt e.V.) – beide auch Mitarbeiter der Naturschutzstation Osterzgebirge e.V. im Programm JuNa – nach der Schule zur Naturschutzstation Neschwitz, um am nächsten Morgen gegen 6 Uhr zur Vogelfangstation aufzubrechen.

Katrin Hofmann und ihre Kollegin von der Naturschutzstation Neschwitz machen an solch einem "Fangtag" jede Stunde einen Rundgang und befreien die Vögel aus den Fangnetzen. Sie beringen, vermessen sie und tragen die Daten in eine große Datenbank ein. „Die meisten der Vögel sind vor wenigen Wochen erst bei uns von ihrer langen Reise angekommen“, erklärte Katrin. Die Vogelexpertinnen sahen ihnen das auch an: „Kein Fett“ wurde immer wieder festgestellt. Wie auch, denn über eintausend Kilometer zu fliegen und dann gleich Eier zu legen und zu brüten, lässt den Vögeln wenig Reserven. Manche Vögel hatten auch schon einen Ring und so war festzustellen, wie alt dieser Vogel schon war. Ein Teichrohrsänger hatte seine Beringung von 2019. Eine kleine Sensation. Das alles von Katrin und ihrer Kollegin zu erfahren, war äußerst spannend und sehr inspirierend für die "JuNas".

Am Samstag war die JuNa-Gruppe mit Angelika Schröter, der Leiterin der Naturschutzstation, verabredet, um die letzten Amphibienzäune der Region abzubauen: ein spannender, praktischer Naturschutzeinsatz. Manche Knoblauchkröten waren schon auf dem Rückweg und eine Erdkröte war auch noch zu entdecken. Der Abbau der Amphibienzäune war keine leichte Arbeit: Schutznetz von den Befestigungsstangen lösen, Befestigungsstangen rausziehen, Schutznetz und Heringe aus dem Erdreich herausziehen, einrollen, alles zum Auto tragen. Die Kinder und Jugendlichen waren alle voll bei der Sache. Nachdem 750 Meter Zaun eingesammelt und zusammengerollt waren, waren alle ziemlich geschafft. Ein leckeres Eis von der Eisdiele im Schloss Neschwitz konnte die Energievorräte kurzfristig wieder auffüllen. Im Schlossensemble Neschwitz befindet sich auch die gleichnamige Naturschutzstation, in der die Teilnehmenden die Dauerausstellung zu Vögeln der Region anschauten und ihr Wissen vertieften.

Weitere Highlights des Camps waren das Sichten eines Fischadlers mit einem Spektiv, abends am Feuer zu sitzen, Stockbrot zu backen, zu schnitzen und Schwirrholz zu bauen. Die landschaftliche Umgebung der Oberlausitz ist zudem sehr beeindruckend. Alles in allem konnten die "JuNas" tolle Vögel, alte Bäume und glitzernde Seen genießen.

Das Wildlife-Camp in Neschwitz hat alle Erwartungen übertroffen. Die Teilnehmer*innen erlebten die Natur hautnah, lernten von ihr und ließen sich inspirieren. Zudem konnte der praktische Naturschutzeinsatz die Junas auf kommende Einsätze vorbereiten... eine super Camp-Erfahrung!

Autoren: Lukas Vogt (Umweltzentrum Freital e.V.) & Milana Müller (Johannishöhe Tharandt e.V.)

veröffentlicht am 30.5.


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Online: https://www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/ [Stand: 28.02.2024]