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Feuer machen beim Praxistag, das Stockbrot kommt gleich... (Foto: L. Vogt)

Junge Naturwächter (JuNa): Erfahrungen bei der Tierspurensuche

Januar 2022: 15 Naturfans zwischen 10 und 17 Jahren erleben einen „Praxistag für Junge Naturwächter“ der Naturschutzstation Osterzgebirge

Vom Treffpunkt aus starteten die jungen Teilnehmenden zum ersten abenteuerlichen Spaziergang entlang der Weißeritztalhänge über die Opitzer Höhe zum Umweltbildungshaus Johannishöhe. Dort wurden sie bereits von der erfahrenen Spurenexpertin Antje Beneke (Naturcamp Dresden) sowie den JuNa-Betreuern erwartet: Milana Müller (Johannishöhe Tharandt) und Lukas Vogt (Umweltzentrum Freital e.V.). Trotz des grau-verregneten, windigen Wetters erschienen so viele Teilnehmende... eine gute Eigenschaft für Junge Naturwächter, toll! Los geht's, ab in den Wald.

Über den Brüderweg der Pastritz ging es hoch auf die Wiese Richtung Opitzer Höhe. Mit geschärften Sinnen und einem Blick für die Spuren der Wildtiere hätte man an fast jeder Ecke anhalten können. Denn nicht nur Pfoten- oder Hufabdrücke geben Hinweise auf ein Wildtier. Die Kinder lernten, dass auch Spechthöhlen, Bohrlöcher, Hinterlassenschaften, Nahrungsreste und vieles mehr auf die Anwesenheit von Wildtieren schließen lassen! Der erste Pfotenabdruck ließ nicht lange auf sich warten. Antje Beneke konnte mit viel Wissen, Zollstock und ihrer gewinnenden Art die Wissbegier der Teilnehmenden wecken. War das ein Fuchs? Ein Hund? Oder ein Wolf? Und dann all die hinterlassenen Nahrungsreste einer Maus und eines Eichhörnchens, Einbohrlöcher vom Borkenkäfer, Spechthöhlen und unterschiedliche Erdhöhlen.

Vorbei an der Pastritz (Bachlauf) führte uns der Weg auf die „Opitzer Höhe“. Gemeinsam setzten wir unsere Spurensuche am Feld-Wald-Rand fort. Hier gab es viele Fußabdrücke zu sehen. Fragen über Fragen. Welche Paarhufer gibt es eigentlich, welches Tier geht auf dieser oder jener Pfote, wie viele Zehen hat sie? So konnten wir gemeinsam die vorliegenden Spuren jedem Tier zuordnen. Neben Schwarzwild-Fährten (Wildschweinen) entdeckten wir Spuren vom Reh und Damwild.

Mit dem Fernglas beobachteten wir unter anderem Turmfalken beim Rüttelflug. Übrigens: Ganz nebenbei fiel uns auf, dass die ersten Frühlingsboten schon da sind! Wir entdeckten ein krautiges Gewächs der Pflanzengattung Miere, blühende Haselsträucher und vieles mehr.

Der Höhepunkt des Tages ließ nicht lange auf sich warten: eine Dachsspur inmitten von vielen anderen Spuren. Dieser Platz lud dazu ein, sich eigene Fährtenstempel anzufertigen. Mit Rührschüssel, Gips und Wasser gestaltete sich jeder ein Stück Wildnis zum Mitnehmen. Zum Aufwärmen spielten wir "Eichhörnchen und Kobel". Danach ging es vorbei an einem Platz, wo sich Wildschweine einfinden, um sich den Rücken zu kratzen.

Auf der Johannishöhe angekommen, war es an der Zeit, sich aufzuwärmen. Eine  Herausforderung bestand jetzt darin, mit nur einem Streichholz ein Lagerfeuer zu entfachen. Doch vorher schwärmten die Jungen Naturwächter aus, um brennbares Material aufzutreiben. Es fand sich Birkenrinde, trockenes Laub und andere Naturmaterialien. Tolle Teamarbeit! Anschließend suchte sich jeder einen Stock und schnitzte ihn für das zu backende Stockbrot zurecht. Im jetzt warmen Lager ließ sich dann auf einer Wildtierkamera ein Dachs beobachten,  und an der Fährtenstempelstation konnte man mit Fachliteratur unterschiedliche Fährten bestimmen sowie Fährtenstempel für daheim anfertigen.

Die Zeit verging wie im Fluge... Viel zu schnell hieß es "zurück zum Treffpunkt!", zurück zu den Eltern der Jungen Naturwächter. Bei der abschließenden Frage, ob ihnen der Praxistag gefallen hatte, zeigte sich eifriges Nicken und der Wunsch, auch beim nächsten Praxistag mit dabei zu sein.  

Lukas Vogt, Umweltzentrum Freital e.V.

Hintergrundinfo: „Junge Naturwächter“ (JuNa) gibt es sachsenweit. Das Programm wird vom Freistaat Sachsen gefördert. Die Naturschutzstation Osterzgebirge e.V. beteiligt sich mit zahlreichen Partnern und Aktivitäten an diesem Programm. Weitere Informationen zu JuNa und den Praxistagen in unserem Veranstaltungskalender, auf den Seiten unserer Partner Umweltbildungshaus Johannishöhe oder Umweltzentrum Freital.

 

 


© Naturschutzstation Osterzgebirge. Alle Rechte vorbehalten.
Online: https://www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/ [Stand: 18.05.2022]