
Eine schlafende Haselmaus in der Hand einer Forscherin. (Foto: S. Klingner)
Seltene Haselmaus fühlt sich wohl im Osterzgebirge
Die heimlich lebende Haselmaus ist im Naturschutz eine wichtige "Zielart" - sie zeigt also an, wo ein Lebensraum strukturreich und naturnah ist. Im Osterzgebirge gibt es die possierlichen Tierchen noch, die nichts mit Mäusen zu tun haben, sondern mit Bilchen verwandt sind. Mitarbeiter des Forstbezirks Bärenfels (Staatsbetrieb Sachsenforst) und unserer Naturschutzstation untersuchen regelmäßig etwa 60 Haselmaus-Kästen im Raum Altenberg, die vor einigen Jahren in passenden Lebensräumen ausgehängt wurden. Dort bekamen die Haselmäuse auch vor wenigen Tagen Besuch.
Und sie waren da: 23 Haselmäuse, darunter auch Halbwüchsige, die teils noch in ihren kugeligen, weich gepolsterten Nestern lebten. Die angetroffenen Haselmäuse wurden von den Expertinnen gezählt und teils gewogen. Die Ergebnisse aus der regelmäßig durchgeführten Feldforschung werden jährlich gesammelt und den sächsischen Naturschutzbehörden übermittelt. Mit dem jetzigen Ergebnis ist der osterzgebirgische Lebensraum im inoffiziellen sachsenweiten Vergleich vorne dabei.
Haselmäuse brauchen Hecken, Feldgehölze, strukturreiche Waldränder mit Unterholz und ein Nahrungsangebot aus Nüssen und Beeren. Und natürlich Versteckmöglichkeiten, denn sie haben viele tierische Feinde. Solche Bedingungen sind in den meisten Wäldern selten geworden - und mit ihnen die kleinen rotbraunen Bilche. Bei der Forschungsarbeit zeigten sich auch Spuren anderer Bewohner, die die Haselmauskästen zu schätzen wissen, etwa Hummeln und Waldmäuse. Ein geschütztes Plätzchen im Wald ist eben begehrt und an wenigen Stellen sind solche natürlichen Versteckmöglichkeiten noch ausreichend und für allerlei Arten verfügbar.
