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Entdeckungsreise Wiese Projekttag (Foto: R. Groß)

Entdeckungsreise Wiese: Schüler und Schülerinnern einer 5. Klasse stellten unter anderem Kräuterbutter mit selbst gesammelten Pflanzen her. (Foto: R. Groß)

Rückblick: Entdeckungsreise Wiese - Schüler tauchen ab ins Grüne

Die 5. Klasse des „Glück auf“-Gymnasiums in Dippoldiswalde hätte sich kaum bessere Bedingungen für ihre Exkursion mit Umweltbildnern der Naturschutzstation Osterzgebirge wünschen können. Bei mildem Frühlingswetter zeigten sich naturnahe Wiesen der Umgebung von ihrer lebendigsten Seite – voller Farben, Düfte und spannender Entdeckungen.

Schon zu Beginn wurde deutlich, wie aufmerksam die Schüler:innen ihre Umgebung wahrnehmen. Zwischen Gräsern und Blüten wurde eifrig gesucht, gezeigt und verglichen. Dabei kamen bereits bekannte Pflanzen zur Sprache, doch es gab noch einiges zu entdecken.

Gemeinsam machten wir uns daran, typische Wiesenkräuter kennenzulernen. Der Rotklee mit seinen leuchtenden Blüten, der Hahnenfuß, dessen Blätter tatsächlich an einen Hahnenfuß erinnern, oder der Spitzwegerich, der oft unscheinbar am Wegesrand wächst und eine gute Heilpflanze ist. Auch die Taubnessel wurde genauer betrachtet und von der echten Brennnessel unterschieden. Für besondere Begeisterung sorgte das Kletten-Labkraut, das seinem Namen alle Ehre machte und hartnäckig an Kleidung haften blieb. Schafgarbe, Knoblauchsrauke und weitere Pflanzen ergänzten die bunte Vielfalt.

Neben dem Erkennen der Kräuter ging es auch darum, welche davon essbar sind – und worauf man beim Sammeln unbedingt achten muss. Schnell wurde klar: Nicht alles, was wächst, gehört ungeprüft in den Mund, und ein achtsamer Umgang mit der Natur ist dabei unerlässlich.

Doch die Wiese ist mehr als nur ein Sammelort für Kräuter – sie ist ein komplexer Lebensraum. Besonders spannend wurde es beim Blick auf die Schmetterlingsart „Wiesenknopf-Ameisenbläuling“. Die Schüler:innen erfuhren von seinem außergewöhnlichen Lebenszyklus: Wie die Raupe von Ameisen aufgrund ihres Aussehens von ihrer Wirtspflanze – dem Wiesenknopf – in den Bau getragen wird und sich dort vom Ameisen-Nachwuchs ernährt. Ein faszinierendes, aber auch sehr empfindliches Zusammenspiel, das zeigt, wie eng die Beziehungen in der Natur miteinander verknüpft sind und warum dieser Schmetterling heute nur noch selten zu finden ist.

Gemeinsam überlegten wir, warum Wiesen überhaupt so wichtig sind. Schnell wurde klar: Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Gleichzeitig lernten die Schüler:innen, dass Wiesen am besten durch ein- bis zweimaliges Mähen im Jahr gepflegt werden müssen, wenn darauf Artenvielfalt entstehen soll. In der Diskussion wurde auch kritisch hinterfragt, welche Auswirkungen moderne Technik haben kann. So kamen die Schüler:innen selbst zu dem Schluss, dass Rasenmähroboter für viele Wiesenbewohner eine große Gefahr darstellen.

Zum Abschluss wurde es noch einmal praktisch und genussvoll: Aus den gesammelten Kräutern stellten wir gemeinsam frische Kräuterbutter her. Mit viel Freude und ein wenig Stolz wurde probiert und geteilt.

Ein rundum gelungener Tag, an dem die Umweltbildner Antje Lindner und Falk Jähne uns zeigen konnten, wie spannend und vielfältig der Lebensraum Wiese sein kann und wie wichtig es ist, ihn zu verstehen und zu schützen.

Autorin: Ruth Groß, Naturschutzstation Osterzgebirge


© Naturschutzstation Osterzgebirge. Alle Rechte vorbehalten.
Online: https://www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/ [Stand: 29.05.2026]