C3-Projekt

Durch schonende Nutzung bleibt unser artenreiches Grünland im Osterzgebirge erhalten. (Foto: L. Häuser)

Durch schonende Nutzung bleibt unser artenreiches Grünland im Osterzgebirge erhalten. (Foto: L. Häuser)

Heubörse wird zur Heu- und Flächenbörse (Herbst 2022)

Neben der Möglichkeit, Heu unter die Leute zu bringen oder zu erwerben, haben wir unser Angebot erweitert. Zur Heubörse neu hinzugekommen ist eine Flächenbörse. Diese ermöglicht den Nutzern einen eigenständigen Austausch von Grünlandflächen im Osterzgebirge. Immer wieder kommt es vor, dass Landwirte weitere Flächen zur Mahd oder Beweidung suchen. Dem gegenüber stehen Eigentümer, die ihre Flächen zur Verfügung stellen können. Um diese beiden Seiten miteinander zu vernetzen, soll unsere Flächenbörse unterstützend zum Einsatz kommen. Ein Austausch ist somit auch nach Ablauf des C.3-Projektes zum Jahresende 2022 weiterhin möglich.

Loggen Sie sich einfach auf unserer Heu- und Flächenbörse ein und wählen Sie die Lage der Fläche und Ihre bevorzugte Bewirtschaftungsform aus. Das Hinterlegen Ihrer Kontaktdaten vereinfacht die Kontaktaufnahme zwischen Interessent und Anbieter.

Bisher war der projektinterne Flächenmanager für die Vermittlung zwischen Eigentümern und Bewirtschaftern zuständig. Er sorgte dafür, dass aufgelassene Flächen im Osterzgebirge möglichst wieder in eine Nutzung überführt werden, die deren Erhaltung langfristig gewährleistet.

Flächenbegehung im Winter (Foto: L. Häuser)

Was macht der Flächenmanager eigentlich im Winter? (2022)

Die Wiesen sind – nach der letzten Mahd oder Beweidung im Herbst – kurz. Es wird kalt, dann frostig. Vom satten Bergwiesen-Grün des Sommers ist nicht mehr viel zu erahnen. Die Farbenvielfalt ist verschwunden und in allwinterliche braun-gelbe Töne übergegangen. Doch auch das währt nicht lang. Rasch hält der Winter im Osterzgebirge Einzug und Schnee versteckt nun alle verbliebenen Hinweise auf die Bergwiesen-Existenz bis zum Frühling. Bekanntermaßen hat der raue Winter im Osterzgebirge ein starkes Durchhaltevermögen.

Und nun…? Pustet der Flächenmanager kurz durch und dreht dann ein halbes Jahr lang Däumchen bis wieder erste Schlüsselblumen und Buschwindröschen sprießen? Aber nicht doch… Die Arbeit geht natürlich weiter. Im Winter wird der Grundstein für die Flächenpflege des kommenden Jahres gelegt. Das bedeutet unter anderem intensive Recherchearbeit. Um Flächen einordnen und optimal vorbereiten zu können, wird fast schon detektivisch vorgegangen: Eigentümer werden ermittelt, unzählige Befragungen durchgeführt sowie Möglichkeiten für eine Wiederaufnahme der Bewirtschaftung zusammengestellt und geprüft. Die Gespräche mit Eigentümern wie Bewirtschaftern, mit Gärtnern wie Landwirten, mit Behörden wie Vereinen sind ohnehin das Rückgrat des Flächenmanagements. Diese können natürlich im Winter gleichermaßen wie im Sommer stattfinden. Dazu ist gelegentlich auch mal eine Flächenbesichtigung im Schnee nötig, um die Situation vor Ort zu begutachten. Außerdem kommen regelmäßig Hinweise zu weiteren brachliegenden Flächen herein. Neue Daten müssen aufbereitet und ins Flächenverzeichnis eingepflegt werden. Es werden Steckbriefe und Karten erstellt. Der Winter ist zudem die Zeit der Förderaufrufe. Bis zum 31.1. konnte eine Förderung für die Pflege naturschutzbedeutsamer Flächen im Rahmen der Richtlinie Natürliches Erbe (RL NE/2014) beantragt werden. Hierzu erfolgte ein intensiver Informationsaustausch mit möglichen Antragstellern. Es gilt zudem, den Winter z.B. für Gehölzentfernung oder -verschnitt zu nutzen. Die Flächen werden also auch direkt durch operative Maßnahmen auf die Pflege des kommenden Jahres vorbereitet. Gehölze – wie Bäume, Hecken und Gebüsche – dürfen nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar verschnitten oder entfernt werden, aus Rücksicht vor den Bewohnern dieser Landschaftsstrukturelemente. Daher gilt die Erlaubnis nur außerhalb der Vogelbrutsaison. Für geschützte Gehölze ist zusätzlich eine Genehmigung für Eingriffe einzuholen. Informieren Sie sich daher stets, ob es sich um geschützte Gehölze handelt.

Um weitere Erfolge im Flächenmanagement und der Wieder-Inpflegenahme zu erzielen, ist die Winterarbeit also essentiell. Noch stehen zahlreiche vorbereitende Arbeiten an. Dabei ist schon wieder Februar. Und ehe man sich versieht, ist der Winter wieder vorüber. Schon in einigen Wochen erfreuen uns die Bergwiesen wieder mit ihrer beeindruckend bezaubernden Blütenpracht. Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

Lukas Häuser

Immer fest im Blick: Ziel ist der Erhalt von naturschutzbedeutsamen Flächen wie z.B. solcher Wiesen (Foto: S. Klingner)

Sommer 2021

Die Flächendokumentation schreitet voran und es konnten einige Erfolge verzeichnet werden. Im Rahmen des C3-Projekts wurden seit Projektbeginn über 100 Offenland-Biotope erfasst, welche durch ein zunehmendes Verbrachen gefährdet waren bzw. sind. Einige davon konnten bereits wieder in eine schonende und naturschutzgerechte Bewirtschaftung überführt werden. Ihr Erhalt ist also derzeit sichergestellt. Dabei waren die engen Kooperationen mit Eigentümern und Bewirtschaftern besonders hilfreich.

Im Spätsommer gab es im Teilprojekt Flächenpflege einen Mitarbeiterwechsel - Lukas Häuser ist der neue Flächenmanager.

 

Allee (Foto: J. Weber)

Allee (Foto: J. Weber)

Sommer 2020

Das C3-Projekt läuft nun schon über ein Jahr und im vergangenen Jahr ist viel passiert. In Bezug auf die Pflege der naturschutzbedeutsamen Offenlandflächen und der Regionalen Vermarktung ist viel ins Rollen gekommen. Im Laufe des Jahres haben die ProjektmitarbeiterInnen viele Landwirte und Akteure persönlich getroffen, konnten sich meist auch vor Ort ein Bild machen und haben das Vorhabengebiet und die Leute vor Ort mit ihren Anliegen kennengelernt und verstehen nun die Anliegen und Probleme der Menschen besser.

Nachfolgend können Sie sich über unsere Aktivitäten im vergangenen Jahr informieren.

Einweisung in den Reform-Hydromäher (Foto: H. Schmidt)

Einweisung in den Reform-Hydromäher (Foto: H. Schmidt)

Mähtechnik für den Verleih

Im Rahmen des C3-Projektes wurde Mähtechnik angeschafft, die offen für den Verleih zur Verfügung steht. Ein Freischneider mit Blatt oder Faden der Marke Stihl und ein Reform-Hydromäher mit einem 1,2 m breiten Mähbalken. Des Weiteren steht ein Hänger für den Transport der Maschinen bereit.

Sollten Sie Interesse haben, eines der Geräte für die naturschutzgerechte Pflege Ihrer Grünlandfläche zu mieten, wenden Sie sich gern an uns unter 035056-233-159 oder per E-Mail an schmidt(at)naturschutzstation-osterzgebirge.de oder guenther(at)naturschutzstation-osterzgebirge.de.

Die Projektmitarbeiter erhielten im Juli eine offizielle Einweisung in die Geräte durch einen Mitarbeiter der Hummelmühle Lockwitzgrund GmbH, in welcher die Geräte erworben wurden. An dieser Einweisung und sehr informativen Belehrung nahmen auch Teilnehmer des Heulagers der Grünen Liga Osterzgebirge und Menschen im Rahmen ihrer beruflichen Weiterbildung zum Natur- und Landschaftspfleger teil.

Zackelschafe im Pferch (Foto: H. Schmidt)

Zackelschafe im Pferch (Foto: H. Schmidt)

Zackelschafe in Schellerhau

Wer im Sommer aufmerksam durch Schellerhau gegangen ist, wird entlang des Matthäusweges etwa 80 neue Sommergäste entdeckt haben. Seit dem Frühjahr weidet die Zackelschafherde von Sven Körtel in Schellerhau und hilft bei der naturschutzgerechten Pflege der artenreichen Wiesen im Ort.

Diese Nutzung wurde durch eine Vernetzung und Kooperation mit der Agrargenossenschaft Sadisdorf ermöglicht. Im März wurden die ProjektmitarbeiterInnen durch den Schellerhauer Ortsvorsteher Herrn Rümmler in die Ortschaftsratsitzung eingeladen und informierten über das Projekt und die naturschutzgerechte Wiesen- und Steinrückenpflege. Während der Sitzung entstand mit den unterschiedlichen Landwirten und Einwohnern eine angeregte Diskussion und im Anschluss kam diese Kooperation zustande.

Die Zackelschafe sind an den charakteristischen gedrehten Hörnern zu erkennen. Die Schafrasse kommt ursprünglich aus Ungarn und ist eine robuste Rasse, die mit dem Wetter in Schellerhau gut zurecht kommt. Generell sollten Schafweiden allerdings nicht zu nass sein, da sich sonst die Klauen der Tiere entzünden.

Im August fand das jährliche Schellerhauer Naturschutzpraktikum statt, dass durch die Grüne Liga organisiert wird. Nationale und Internationale Studierende waren im Mayenhof zu Gast und lernten das Osterzgebirge kennen und halfen bei der Wiesenpflege. Ein besonderer Programmpunkt war ein Workshop mit dem Schäfer Sven Körtel. Nach einer theoretischen Einführung zur Schafhaltung und Wiesenpflege wurden Schafpferche gebaut und die Herde eingefangen und exemplarisch die Klauenpflege vorgeführt. Nicht nur die Hörner der Schafe sind gedreht, die Herde läuft bei Gefahr auch im Kreis und dreht sich um sich selbst. So befinden sich nur wenige Schafe außen an der Herde "im direkten Angreiferkontakt" und die anderen Tiere werden im Inneren des Kreises geschützt.

Teilnahme am Seminar "Fairpachten"

Die Flächenmanagerin hat im August an einem Seminar Projektes "Fairpachten" der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe in Nossen teilgenommen.

Fairpachten ist das kostenlose Beratungs- und Informationsangebot für alle, ­­die landwirtschaftliche Flächen verpachten und sich mehr Natur wünschen. Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer können sich bei Fairpachten darüber informieren, wie sich in Absprache mit den Landwirtinnen und Landwirten mehr Naturschutz auf Ackerflächen, Wiesen und Weiden umsetzen lässt. So ist es zum Beispiel möglich, eine naturschonende Bewirtschaftung ohne Pestizide oder das Anlegen von Ackerrandstreifen mit Wildblumen in Pachtverträgen zu vereinbaren. (Dieser Textabsatz wurde von der Internetseite des Projektes übernommen - https://www.fairpachten.org/presse.)

Auf dem Seminar gab es die Gelegenheit, das Projekt "Fairpachten" kennenzulernen. Gleichzeitig erfolgte mit den anderen TeilnehmerInnen ein reger Austausch über die  Arbeitsfelder der TeilnehmerInnen und die aktuellen Chancen und Probleme bei den unterschiedlichen Arbeitsaufgaben.

Wollen Sie auch etwas tun? Dann informieren Sie sich gern auf der Internetseite von "Fairpachten" www.fairpachten.org oder wenden Sie sich direkt telefonisch an das Team von "Fairpachten" unter Tel.: 030 284 984 1844 oder an Henriette Schmidt (schmidt(at)naturschutzstation-osterzgebirge.de) und Tel.: 035056 233-159.


© Naturschutzstation Osterzgebirge. Alle Rechte vorbehalten.
Online: https://www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/ [Stand: 28.11.2022]