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Herbstcamp JuNa 2026 (Foto: S. Barnewitz)

Auch mal anpacken: Beim Herbstcamp der Jungen Naturwächter im Osterzgebirge pflanzten die Kinder eifrig Heckenpflanzen (Foto: S. Barnewitz)

Abenteuer beim Herbstcamp der Jungen Naturwächter im Osterzgebirge

In Kooperation mit der NAJU Sachsen veranstaltete die Naturschutzstation vergangene Woche das diesjährige Camp der Jungen Naturwächter im Bielatal. Als Unterkunft diente uns die Biotoppflegebasis, die sonst von der Grünen Liga Osterzgebirge und dem Förderverein für die Natur des Osterzgebirges genutzt wird. Mit ihrer idealen Lage an einem Flächennaturdenkmal, umgeben von Wäldern und dem Fluss Biela, war sie ein toller Ausgangspunkt für unsere Ausflüge.

Dreizehn naturinteressierte Kinder und Jugendliche trafen am Freitagnachmittag ein, um gemeinsam ins Abenteuer Osterzgebirge zu starten. Nach dem Ankommen und Kennenlernen widmeten wir uns zum Einstieg dem Thema „Heimische Eulen“. Passend dazu waren in und rund um die Basis viele hölzerne und steinerne Eulen zu entdecken, die im Naturschutz als wichtiges Symbol gelten. Die Umgebung mit ihren ausgedehnten alten Wäldern und einem Steinbruch bietet Waldkauz und Uhu einen hervorragenden Lebensraum. Noch vor dem Abendessen lernten die Kinder drei heimische Eulenarten kennen und kamen selbstständig den Superkräften der Eulen auf die Spur: dem lautlosen Flug, dem außergewöhnlichen Sehvermögen und dem feinen Gehör. Bei der anschließenden Nachtwanderung war Mut gefragt, und der war eindeutig vorhanden: Die Kinder trauten sich sogar, die Lampen auszuschalten und ein kurzes Stück allein zu gehen. Unter klarem Sternenhimmel, begleitet vom Rauschen der Biela und sogar dem Ruf eines Waldkauzes, erkundeten sie das nächtliche Osterzgebirge.

Am nächsten Morgen ging es trotz Ferienzeit früh aus den Federn, denn wir hatten viel vor. Mit Zug und Bus fuhren wir zur Wetterstation in Zinnwald. Dort beeindruckte uns der Referent R. Märcz mit seinem schier endlosen Wissen über Wetterphänomene, stellte alte und neue Messinstrumente vor und beantwortete jede noch so kleine Frage zu Tornados, Wolken und Regenschauern. Passend dazu begleitete uns anschließend eine dichte Nebelbank auf dem Weg zur nächsten Station, dem Georgenfelder Hochmoor. Bei einer kleinen Verschnaufpause durften die Kinder gegeneinander antreten: Jedes bekam eine Karte mit einer Pflanze oder einem Tier aus dem Moor, versehen mit Werten wie Besonderheit oder Seltenheit, und schon startete das Kartenbattle. Einige kannten das Moor bereits und wussten viel zu erzählen. Mit einem Moor-Bingo in der Hand war dann der Anreiz gesetzt, noch einmal genauer hinzuschauen, ob sich Sonnentau, Libelle oder Torfmoos entdecken ließen. Alle hielten die Augen weit offen, und es erschallte nicht nur ein „Bingo!“, sondern auch ein „Super-Bingo!“ und sogar ein „Super-Super-Bingo!“. Erst auf dem Rückweg holte uns das schlechte Wetter ein, doch kurze Zeit später saßen wir schon wieder warm und trocken am Kamin. Zum Abschluss des Tages bauten wir ein großes Lagerfeuer.

Der dritte Tag begann mit einer spannenden Schnitzeljagd durch den Wald, bei der die Kinder über hundert Karten aus dem Ökosystem Hecke finden und sammeln konnten. Zwischendurch war immer wieder Zeit zum Nachdenken: Welche Karten gehören in die Mantel-, welche in die Kernzone einer Hecke? Wie hängen sie zusammen und in welcher Beziehung stehen sie zueinander? So erschlossen sich die Kinder nach und nach die Bedeutung ihrer Fundstücke. Danach packten alle richtig an: Zusammen mit dem Sachsenforst fand ein Naturschutzeinsatz statt, bei dem auf einer Aufforstungsfläche 80 junge Heckenpflanzen in die Erde gebracht werden mussten. Dafür galt es, die Grasschicht zu entfernen, mit dem richtigen Werkzeug ein ordentliches Loch auszuheben, das passende Pflänzchen zu setzen und es vorsichtig festzutreten. Trotz einer kurzen Gewitterfront waren die Kinder mit Begeisterung dabei und meisterten die große Aufgabe – ein voller Erfolg!

Vor dem Abendessen ging es noch auf eine artenreiche Wiese. Dort bestimmten wir die letzten blühenden Pflanzen des Jahres, erfuhren, wie eine so vielfältige Wiese überhaupt entsteht, und bekamen einen spannenden "Info-Rundumschlag" über die zahlreichen Insekten, die dort zu Hause sind.

Am Abend belohnten wir uns mit wohlverdienter Freizeit und einem weiteren Lagerfeuer. Am Montag blieb noch Zeit für eine Reflexionsrunde und das gemeinsame Aufräumen der Station, bevor die Kinder nach und nach abgeholt wurden.

Drei Tage voller Entdeckungen, Mut und Teamgeist gingen damit zu Ende, und wir sind uns sicher: Das Osterzgebirge hat bei allen Spuren hinterlassen. Danke an alle naturbegeisterten Kinder, die dabei waren, und an alle, die dieses Camp möglich gemacht haben!

Bis bald in der Natur,         
Lukas Vogt, Sophia Barnewitz

Textautorin: Sophia Barnewitz

Unser KooperationspartnerAlle Wetter! In der Wetterstation Zinnwald (Foto: S. Barnewitz)Die letzten Blühpflanzen des Herbstes bestimmen (Foto: S. Barnewitz)Richtiges Moor-Wetter heute! Egal, Bingo geht immer. (Foto: S. Barnewitz)Hecke pflanzen mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst (Foto: S. Barnewitz)Ein bisschen Theorie muss sein - so ist eine Hecke aufgebaut. (Foto: S. Barnewitz)
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Online: https://www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/ [Stand: 19.10.2026]