Projekte

Artenreiche Wiesenbiotope (Foto: Jana Felbrich)

Projekt "Osterzgebirge entdecken, Flächen pflegen, Gutes schmecken" 2019-2022

Vorhaben:
Aufbau eines Netzwerks für die Zusammenarbeit zum Schutz der biologischen Vielfalt in Form der Vernetzung mehrerer Akteure zur gezielten regionalen Vermarktung von Produkten aus naturschutzbedeutsamer Flächenbewirtschaftung (Teilvorhaben I) und zur Erhaltung und Pflege von naturschutzbedeutsamen Offenlandflächen (Teilvorhaben II)

Fördergegenstand: C.3 der RL NE/2014 (Richtlinie Natürliches Erbe)

Förderung:
"Der Freistaat Sachsen gewährt auf der Grundlage des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (EPLR) in der Förderperiode 2014 – 2020 in der jeweils geltenden Fassung und nach Maßgabe dieser Richtlinie sowie unter Beachtung der in Anlage 1 aufgezählten Bestimmungen der Europäischen Union für den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) Zuwendungen für die nachhaltige Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt sowie des natürlichen ländlichen Erbes einschließlich der Erhaltung der historisch gewachsenen Vielfalt der Kulturlandschaft im Freistaat Sachsen." (siehe sachsen.de/NE)

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

Zielsetzung:
Die Naturschutzstation Osterzgebirge möchte mit der regionalen Landwirtschaft im Rahmen des Netzwerks „Wiese, Weide, Laden“ eine Kooperation bilden, die sowohl den Naturschutz im Sinne des Erhalts naturschutzbedeutsamer Grünlandflächen als auch die Vermarktung regionaler Produkte aus naturschutzgerechter Flächenbewirtschaftung zum Ziel hat. Zudem soll aufgezeigt werden, dass integrative Maßnahmen der Landwirtschaft und des Naturschutzes geeignet sind, die Situation der Vielzahl seltener und gefährdeter Arten, Biotoptypen bzw. Lebensraumtypen zu verbessern und langfristig zu sichern.

Daraus ergeben sich folgende Unterzielsetzungen:

  • Erarbeitung von Bewirtschaftungs- und Pflegekonzepten für artenreiche Grünlandflächen und effektive sowie naturschutzverträgliche Erschließung von unterschiedlichen Nutzungspotentialen des Grünlands für die Heugewinnung, Milch- und Fleischerzeugung.
  • Überführung von naturschutzfachlich bedeutsame Grünlandflächen in eine regelmäßige Pflege, um den Artenreichtum zu erhalten.
  • Aufbau eines Netzwerk „Wiese, Weide, Laden“ aus naturschutzbedeutsamen Offenlandflächen, um ein Geflecht aus naturschutzgerechter Pflege und Bewirtschaftung von naturschutzbedeutsamen Offenlandflächen des Osterzgebirges entstehen zu lassen.
  • Schaffung von Kooperationen zwischen Grünlandbewirtschaftern und Heuabnehmern sowie die Effektivierung der Transportkette und die Entwicklung neuartiger Vermarktungssysteme (Heubörse).
  • Erhalt und die Nutzung von naturschutzfachlich bedeutsamen Grünlandflächen durch Beweidung, sodass deren Struktur verbessert und ihr Artenreichtum erhöht werden kann. Unterstützung bestehender Beweidungsformen und traditioneller Beweidungsformen (Huteschafhaltung).
  • Intensive Zusammenarbeit zwischen Erzeugern, Verarbeitungsgewerbe, Handel, Gastronomie und Regionaltourismus, welche zu einer gezielten regionalen Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten aus naturschutzbedeutsamer Flächenbewirtschaftung beiträgt.
  • Regionale und überregioanle Vermarktung von Osterzgebirgs-Produkten und Schaffung von Absatzmärkten für regionale Fleisch- und Milchprodukte.
  • Gesicherte Herkunftsbezeichnung von regionalen Osterzgebirgs-Produkten zur Stärkung regionaler Landwirte und Schaffung einer gemeinsamen Dachmarke zur Vermarktung. 
  • Innovative Vermarktungsstrategien zur Stärkung der Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Landschaft und dem einzigartigen Charakter der Region Osterzgebirge.
  • Gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll die Wahrnehmung der Arten- und Lebensraumvielfalt im Ost-Erzgebirge fördern - und die zu deren Erhalt notwendige naturschutzgerechte Landwirtschaft im Bewusstsein verankern.
  • Wissensvermittlung zwischen Landwirtschaft und Naturschutz durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie spezielle Informations-, Beratungs- und Coachingangebote für landwirtschaftliche Betriebe.


Für das Projekt ist die Schaffung von 2 Projektmanagement-Personalstellen a 40 h geplant. Weiterhin ist eine dritte Personalstelle für die Buchhaltung eingeplant.

Vorhabensgebiet:
Das Vorhabensgebiet liegt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und umfasst insgesamt 8 Gemeinden und einen Gemeinde-Ortsteil, um eine umfangreiche Regionalentwicklung zu gewährleisten. Zusätzlich kann es im Rahmen des Vorhabens zu einer Erweiterung des Vorhabensgebietes kommen, indem weitere angrenzende Gemeinden einbezogen werden oder es zu einer überregionalen Zusammenarbeit innerhalb der Grenzen der Bunderepublik Deutschland kommt.

Das Vorhabensgebiet schließt folgende 8 Gemeinden vollständig ein: Altenberg (Stadt), Bad Gottleuba-Berggießhübel (Stadt), Glashütte (Stadt), Liebstadt (Stadt), Hermsdorf/Erzgebirge, Hartmannsdorf-Reichenau, Müglitztal und Bahretal. Von der Stadt Dippoldiswalde ist ausschließlich der OT Schmiedeberg einbezogen.

Das Vorhabensgebiet befindet sich größtenteils im Naturraum Osterzgebirge mit den Landschaftseinheiten Unteres und Oberes Osterzgebirge. 5,4 % des Vorhabensgebietes sind mit einer Gesamtgröße von 2.750 ha als Naturschutzgebiete ausgewiesen. (Plan T 2018; LRA Sächsische Schweiz/Osterzgebirge 2016) Für das Vorhabensgebiet wurden Ziellebensraumtypen, -biotope und -arten definiert, deren Zustand durch das Vorhaben verbessert werden soll, u.a. LRT 6510 Magere Flachland-Mähwiesen, LRT 6520 Berg-Mähwiesen, LRT 6410 Pfeifengraswiesen, LRT 6230 Artenreiche montane Borstgrasrasen, Nasswiesenbiotope, Magerweiden frischer Standorte, Seggen- und binsenreiche Feuchtweiden, Echte Arnika, Stattliches Knabenkraut, Busch-Nelke, Bärwurz, Perücken-Flockenblume, Braunkehlchen, Raubwürger, Wachtelkönig, Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling.

Projektzeitraum:
01.08.2019-31.12.2022

Projektträger:
Naturschutzstation Osterzgebirge e.V.
Am Bahnhof 1, 01773 Altenberg
naturschutzstation-osterzgebirge_at_outlook.com

Projektpartner:

  • Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.
  • Grüne Liga Osterzgebirge e.V.
  • Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz- Osterzgebirgee.V.
  • Förderverein für die Natur im Osterzgebirge e.V.
  • Naturschutzgroßprojekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“ (NSGP) und Landkreis Sächsische Schweiz- Osterzgebirge

Im Rahmen des Vorhabens werden Netzwerkpartner aus Landwirtschaftsbetrieben und dem Naturschutz neben diversen Verbänden und Vereinen, dem Verarbeitungsgewerbe, der Gastronomie, dem Handel sowie dem Regionaltourismus gesucht und miteinander vernetzt.

 

Quellen:
Plan T Planungsgruppe Landschaft und Umwelt (2018): Machbarkeitsstudie für ein Folgekonzept für das NSGP „Osterzgebirge“ - Abschlussbericht, Stand: 31. Januar 2018.

LRA – Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (2016): Machbarkeitsstudie für ein Konzept für das Naturschutzgroßprojekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“ – Digitale Datenübergabe. Stand: 01.04.2016, übermittelt durch LRA Sächsische Schweiz-Osterzgebirge – Referat Naturschutz, Fr. Riedel am 05.04.2016.

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde.

Erläuterungstafel der Förderung

Erläuterungstafel der Förderung (Foto: B. Naumann)

Neuigkeiten

Das Projekt wurde bewilligt und seit Anfang September 2019 gibt es zwei neue Gesichter in der Naturschutzstation!

Projekt "Osterzgebirge entdecken, Flächen pflegen, Gutes schmecken"

Gemeinden im Vorhabensgebiet (Quelle: Plan T 2018)Lage des Vorhabensgebiet in Sachsen (Quelle: Plan T 2018)NSG Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenwalde (Foto: Simone Heinz)Perücken-Flockenblume (Foto: Jens Weber)NSG Geisingberg (Foto: Jana Felbrich)Bärwurz (Foto: Jana Felbrich)Arnika (Foto: Jana Felbrich)NSG Mittleres Seidewitztal (Foto: Jens Weber)NSG Weißeritzwiesen Schellerhau (Foto: Jana Felbrich)Buschnelke (Foto: Jens Weber)
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Online: https://www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/ [Stand: 15.11.2019]