Gebiete

Quelle: LfULG 2019 (www.umwelt.sachsen.de)

NSG Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenwalde

Das Naturschutzgebiet umfasst einen Komplex aus artenreichen montanen Grünlandgesellschaften wie Berg- und Feuchtwiesen mit landschaftstypischen Steinrücken, Nieder-, Zwischen- und Quellmooren, naturnahen Laub- und Nadelmischwäldern und deren Sukzessionsstadien sowie Moorwäldern am Osterzgebirgskamm als Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Die NSG-Fläche entspricht nahezu dem gleichnamigen FFH-Gebiet und ist ein wesentlicher Teil des EU-Vogelschutzgebiets „Fürstenau“, v. a. als Lebensraum des Birkhuhns (Tetrao tetrix) sowie weiterer Vogelarten des Offenlandes wie Wachtelkönig (Crex crex), Raubwürger (Lanius excubitor) und Bekassine (Gallinago gallinago).

Zahlreiche wertvolle Maßnahmen in diesem NSG wurden 2000 – 2018 über das Naturschutzgroßprojekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“ gefördert. So konnten sich die Bestände des Wachtelkönigs durch an seine späte Brut angepasste Wiesenbewirtschaftung erholen; eine naturverträgliche, extensive und nachhaltige Wiesennutzung sowie Beweidung mit Schafen und Rindern wurde gestärkt; zahlreiche strukturreiche Steinrücken wurden gepflegt; in den Wäldern wurden erste Waldumbaumaßnahmen begonnen, um langfristig artenreiche Laub- und Mischwälder zu entwickeln und in den Mooren fanden erste Revitalisierungen statt. Zudem trug das NSGP maßgeblich zur Ausweisung des Naturschutzgebiets “Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenwalde” bei, dass aus vier Teilgebieten besteht:

  • „Grenzwiesen Fürstenau“: zwischen Zinnwald und Fürstenau
  • „Hutberg“: zwischen Löwenhain und Fürstenau
  • „Müglitzgrund und Fürstenauer Heide“: zwischen Fürstenau und Gottgetreu/Müglitz
  • „Schwarzbachgrund und Haberfeld“: südlich von Fürstenwalde, zwischen Müglitz und Rudolphsdorf

Im Mai/Juni können einzigartige Borstgrasrasen und Bergmähwiesen mit Bärwurz (Meum athamanticum), Perücken-Flockenblume (Centaurea pseudophrygia), Weicher Pippau (Crepis mollis), Arnika (Arnica montana) und Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius) sowie traditionelle Steinrückenstrukturen mit Eberesche (Sorbus aucuparia), Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum) und Busch-Nelke (Dianthus seguieri) entlang der Wanderwege bestaunt werden.

Weiterführende Informationen zur Nutzungsgeschichte, Flora und Fauna können unter der Internetseite der Grünen Liga Osterzgebirge e.V. nachgelesen werden.

Foto: Simone HeinzFoto: Simone HeinzFoto: Simone HeinzFoto: Simone HeinzFoto: Simone HeinzFoto: Simone HeinzFoto: Simone HeinzFoto: Simone HeinzFoto: Simone HeinzFoto: Simone HeinzFoto: Holger MenzerFoto: Holger MenzerFoto: Holger MenzerFoto: Holger MenzerFoto: Holger MenzerFoto: Holger MenzerFoto: Holger MenzerFoto: Holger Menzer
...

Quellen:

Naturschutzgroßprojekt "Bergwiesen im Osterzgebirge" (2020): Projekt und Natur. Internet: http://www.bergwiesen-osterzgebirge.de/projekt/.

Grüne Liga Osterzgebirge e.V. (2020): Naturschutzgebiete im Ost-Erzgebirge. Internet: https://osterzgebirge.org/de/natur-erkunden/schutzgebiete/naturschutzgebiete/.

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft - SMUL (2008): Naturschutzgebiete in Sachsen. Freistaat Sachsen. Internet: https://www.natur.sachsen.de/naturschutzgebiete-7998.html.

 

 


© Naturschutzstation Osterzgebirge. Alle Rechte vorbehalten.
Online: https://www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/ [Stand: 03.08.2020]