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Naturraum Osterzgebirge (Bild: Jens Weber)

Naturraum Osterzgebirge

Unter dem Osterzgebirge versteht man vorrangig die Landschaften "Oberes Osterzgebirge" und "Unteres Osterzgebirge".

Das Obere Osterzgebirge verläuft entlang der zertalten Nordabdachung und der Kammhöhen des Osterzgebirges südlich der Linie Hallbach - Pfaffroda - Sayda - Rechenberg-Bienenmühle - Nassau - Hartmannsdorf-Reichenau - Schmiedeberg - Falkenhain - Altenberg - Geising bis an die Staatsgrenze zur Tschechischen Republik. Das Böhmische Erzgebirge setzt sich auf tschechischer Seite fort, wo es steil in das Nordböhmische Becken abfällt. Die Landschaft des Oberen Osterzgebirges ist primär von Wäldern und Forsten geprägt, die eine Gesamtfläche von 71,3 % einnehmen. Nadelhölzer dominieren dabei auf der Fläche. Lediglich die Hänge der Flusstäler weisen größere Vorkommen von Laubmischwäldern auf.  Die Grünlandflächen im Oberen Osterzgebirge dominieren mit 15,6 % gegenüber dem Ackerland (5,5 %). Flächen mit artenreichem extensivem Grünland (mesophiles Grünland, Fettwiesen und Bergwiesen) haben sich besonders um Altenberg, Geising, Schellerhau und Holzhau erhalten und stehen im Kontakt mit Feucht- und Nassgrünland sowie Niedermooren. Die artenreichen Offenlandbereiche werden von charakteristischen Landschaftselementen, wie den durch traditionelle Nutzung entstandenen Steinrücken, durchzogen. Kleinflächig weist das Obere Osterzgebirge Biotoptypen extremer Standorte auf: Hoch- und Übergangsmoore bei Deutscheinsiedel und Zinnwald-Georgenfeld, Niedermoore, Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen am Kahleberg sowie Felsfluren (Blockhalden am Kahleberg). (LfULG 2014a)

Dem Oberen Osterzgebirge schließt sich im Norden das Untere Osterzgebirge an, dass von der generell nach Norden gerichteten allmählichen Abdachung des Erzgebirges bestimmt wird, die im Norden in das Mulde-Lößhügelland und im Nordosten in das Östliche Erzgebirgsvorland übergeht. Im Westen erstreckt sich die Abdachung in SO-NW-Richtung (Linie Sayda - Frankenberg) über 31 km und grenzt an das Untere Mittelerzgebirge. Im Osten erstreckt sich die Abdachung in SO-NW-Richtung (Linie Oelsen - Fördergersdorf nordwestlich Tharandt) über mehr als 37 km. Die Landschaft des Unteren Osterzgebirges wird überwiegend von agrarischen Offenlandfächen bestimmt (64 %). Ackerland bestimmt in den unteren Lagen den Landschaftscharakter der Hochflächen. Die Grünlandnutzung nimmt nach den mittleren Berglagen zu. In den Talauen prägen mesophiles Grünland, Fettwiesen und -weiden sowie Bergwiesen
und kleinflächig Feucht- und Nasswiesen das Landschaftsbild. Artenreiche Bergwiesen kommen in feuchten bis frischen Ausprägungen von den Auen bis auf Hänge und Vollformen vor. Charakteristische Landschaftselemente wie Steinrücken, Lesesteinhaufen, Baumgruppen, Hecken und Gebüsche verteilen sich über den gesamte Offenlandbereich und geben der Landschaft den wertgebenden Charakter. Die Wälder und Forsten im Unteren Osterzgebirge werden vorrangig von Nadel- und Nadelmischwald bestimmt und nehmen einen Flächenanteil von 24,6 % ein. Diese verteilen sich zum einen auf die Restwaldflächen der Hochflächen: Oederaner Wald, Viehwegbusch und Alte Harth (bei Langenstriegis), Buchholz, Heideholz (südlich Oberschöna), Struth (westl. Langenau), Röthenburger Wald, Mittelwald (bei Dörnthal), Nonnenwald und Fürstenwald, Hospitalwald, Freiberger Stadtwald, Freiwald (südlich Brand-Erbisdorf), Tharandter Wald als größtes Waldgebiet im Unteren Osterzgebirge, Höckendorfer und Paulsdorfer Heide, Hirschbachheide, Reinhardtsgrimmaer und Dippoldiswalder Heide. Zum anderen konzentrieren sich die Restwaldflächen auf die Hänge v. a. folgender Durchbruchstäler: Saidenbach, Große Lößnitz, Freiberger Mulde (Rosinenbusch oberhalb Muldenhütten), Gimmlitz, Wilde und Rote Weißeritz, Müglitz und Seidewitz. (LfULG 2014b)
 

 

LfULG (2014a): Naturraum und Landnutzung in Sachsen. Fachbeitrag zum Landschaftsprogramm – Naturraum und Landnutzung – Steckbrief „Oberes Osterzgebirge". Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat 61 „Landschaftsökologie, Flächennaturschutz"

LfULG (2014b): Naturraum und Landnutzung in Sachsen. Fachbeitrag zum Landschaftsprogramm – Naturraum und Landnutzung – Steckbrief „Unteres Osterzgebirge". Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat 61 „Landschaftsökologie, Flächennaturschutz"

In der interaktiven Karte vom LfULG können sie die Schutzgebiete in Sachsen erkunden und den Naturraum Osterzgebirge näher betrachten.

Weitere Informationen unter umwelt.sachsen.de

 


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Online: https://www.naturschutzstation-osterzgebirge.de/ [Stand: 17.07.2019]